Sehr geehrte Damen und Herren der CSU Obernburg,
mit großem Befremden musste ich zur Kenntnis nehmen, dass im Rahmen der vom Main-Echo organisierten Podiumsdiskussion zur Landratswahl am 8. März 2026 ein zugelassener Landratskandidat – konkret der Kandidat der AfD – bewusst von der Teilnahme ausgeschlossen wurde.
Unabhängig von meiner persönlichen politischen Haltung gegenüber einzelnen Parteien oder Kandidaten halte ich dieses Vorgehen für höchst bedenklich und dem demokratischen Grundverständnis unseres Landes widersprechend. Eine Podiumsdiskussion zur Wahl dient dem Zweck, den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich ein umfassendes Bild aller zur Wahl stehenden Personen zu machen. Eine selektive Einladung untergräbt diesen Anspruch und schwächt das Vertrauen in die Fairness des politischen Wettbewerbs.
Gerade von der CSU als stärkster Fraktion vor Ort hätte ich in dieser Situation eine klare Haltung erwartet. Meiner Auffassung nach wäre es Ihre demokratische Pflicht gewesen, dem Veranstalter unter diesen Voraussetzungen die Nutzung des Veranstaltungsortes zu verwehren oder zumindest öffentlich und unmissverständlich Stellung gegen dieses Vorgehen zu beziehen.
Stattdessen entsteht bei mir – und sicherlich auch bei anderen Bürgerinnen und Bürgern – der Eindruck, dass man sich wegduckt und das Fehlen eines politischen Mitbewerbers stillschweigend oder gar wohlwollend hinnimmt. Dieser Eindruck schadet nicht nur dem Ansehen Ihrer Partei, sondern auch der demokratischen Kultur in unserer Gemeinde insgesamt.
Demokratie lebt vom offenen, fairen und transparenten Wettbewerb der Meinungen – gerade dann, wenn diese unbequem oder kontrovers sind. Ich erwarte von einer Volkspartei wie der CSU, dass sie diese Grundsätze nicht nur in Sonntagsreden vertritt, sondern auch dann verteidigt, wenn es im politischen Alltag gefordert ist.
Ich freue mich über eine Stellungnahme Ihrerseits zu dieser Angelegenheit.
Mit freundlichen Grüßen
